Gnocchi

Gnocchi – Jeder hat davon schon gehört, doch kaum einer kann genau sagen, worum es sich hier eigentlich handelt. Abgesehen davon, dass schon allein die korrekte Aussprache der Gnocchi eine ziemliche Herausforderung ist, sind Gnocchis mit vielen Fehlern und Halbwissen behaftet. So handelt es sich bei Gnocchi – entgegen der herkömmlichen Meinung – keineswegs um italienische Nudelgerichte, wie beispielsweise Makkaroni, Cannelloni oder Parppadelle. Sie haben mit italienischen Nudeln genauso wenig zu tun, wie die Glasnudeln aus Ostasien. Gnocchi sind vielmehr kleine italienische Klöße, die mit deftigen Saucen oder Salbeibutter serviert werden. Die einzige Gemeinsamkeit, die Gnocchi mit Pasta verbinden mag, ist der Geschmack, denn Gnocchi ähneln im Geschmack ein wenig dem von Pasta.

Doch was Gnocchi nun genau? Viele kennen Gnocchi auch als Nocken oder Nockerl. Hier handelt es sich um spezielle Teigwaren aus Kartoffeln und Mehl (gnocchi di patate) oder aus Gries (gnocchi di semolino), die im heißen Salzwasser gekocht und vor allem in der italienischen Küche als ersten Gang serviert werden. Sie sind ein Gericht Nord- und Mittelitaliens. Der genaue Ursprung ist allerdings nicht bekannt. Fast jede Region kann mit einem anderen Rezept für Gnocci aufwarten, was darauf schließen lässt, dass Gnocchi wohl einmal eine Art Volksgericht waren.

Trotz aller Einfachheit der Gnocchi ist deren Zubereitung bei weitem nicht so einfach wie der Zubereitung von Nudeln, Makkaroni, Canelloni oder Pappardelle, die einfach nur ins heiße Wasser geworfen werden und im Handumdrehen fertig sind. Die Zubereitung von Gnocchi erfordert schon fast ein meisterhaftes Können in der Küche. Gnocchi müssen nämlich so zubereitet werden, dass die kleinen Klößchen nicht im kochenden Garwasser zerfallen.

Gnocchi können abhängig von der Region, aus der sie kommen, aus verschiedenen Zutaten hergestellt und mit einer Unmenge an verschiedenen Saucen serviert werden. Bei der traditionellen Methode wird die Teigmasse als allererstes in Röllchen von der Dicke eines Daumens geformt und danach in 1 cm große Stücke geschnitten. Damit Gnocchi dann die charakteristische Form und die Rillen erhalten, werden sie gegen die Innenseite einer Gabel gedrückt und für einige Sekunden im kochenden Wasser gegart. Danach werden sie in einer Sauce geschwenkt und erhalten so ihren Geschmack.

Es gibt – ausgehend vom Grundrezept der Kartoffel-Gnocchi – viele interessante und verschiedene Varianten. So steckt zum Beispiel in den Gnocchi der Region Friaul-Julisch-Venetien, nämlich den Gnocchi di prugne, eine getrocknete rote Pflaume. In Triest, Hauptstadt der Region, wird dagegen Gnocchi il cacao favorisiert. Hier handelt es sich um Gnocchi mit Bitterschokolade und kandierten Früchten. Eine ungewöhnliche Art der Gnocchi kommt aus der Region Emilia-Romagna – die malfatti. Diese Gnocchi besitzen eine ganz eigene Form und werden aus gehacktem Spinat, Eiern, Mehl, Krumen aus Weißbrot und Mascarpone hergestellt.

Toskaner verwenden auch eine sehr ähnliche Mischung – nur verwenden sie statt Mascarpone lieber Schafsmilchricotta. Sie servieren diese Gnocchi sehr gern mit einer Sauce aus zerlassener Butter und Parmesankäse. Auch Piemont und Sardinien besitzen eine ganz eigene Form der Zubereitung von Gnocchi. Die Vielfalt ist unerschöpflich und würde hier den Rahmen sprengen.

Gnocchi stehen genau wie Nudeln, Makkaroni, Parppadelle und Canelloni für die berühmte italienische Küche, die im Geschmack einfach unvergleichlich ist.

 

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